Wacken Open Air, Deichbrand, Hurricane, Rock am Ring & Co.: Welche Festivals werden auf Social Media am meisten abgefeiert?
Zwischen Nordsee und Starnberger See erfreuen sich die Musik-Festivals in Deutschland großer Resonanz bei 16- wie 60-Jährigen. Beim Blick auf die Events mit den höchsten Besucherzahlen kommt der Norden besonders stürmisch daher mit 5 Festivals auf Top 10 Level: Wacken Open Air (SH/29.07.- 01.08.26), Deichbrand (16.-19.07.26), Hurricane (19.-21.06.26), Airbeat One (8.-12.Juli) und Fusion (24.-28.06.26).
Die Resonanz, die sich im Ticketverkauf und live vor Ort bezüglich der Besuchermassen abbildet, ist das eine – das andere ist die User Resonanz auf den Social Media Kanälen. Nicht nur für die Festival-Sponsoren dürfte daher ein Blick auf die Social Performance der Event-Accounts spannend sein, die in diesem Social Media-Check von webnetz datenbasiert ermittelt und in Top 10 Rankings abgebildet werden. Um der Bandbreite der Festival-Generationen gerecht zu werden wurden Facebook, Instagram und TikTok auserwählt.
Anm.: Nicht bewertet wird hier das im Besucher-Ranking gelistete Festival Fusion, da es sowohl auf eigene Social Media Kommunikation verzichtet wie auch ausdrücklich Foto- und Filmverbote auf dem Festival verhängt.
Facebook: Wacken Open Air rockt die Rankings
Die These, dass besonders die Generationen ab 40 aufwärts auf Facebook aktiv sind, spiegelt sich deutlich in den starken Follower- und User Resonanzwerten auf den Wacken Open Air-Accounts. Die meisten Wacken-Fans finden sich in der Generation X, sind in den 80er und 90er Jahren mit Metal aufgewachsen und besuchen Wacken seit Jahren regelmäßig als Festival-Favorit.
Auffällig sind auch die Facebook-Performancewerte des Festivals Glücksgefühle, das erst 2023 seine Premiere feierte, und hinter dem Fußballstar Lukas Podolski als prominenter Event-Unternehmer steht: Trotz der mit Abstand geringsten Followerschar, stürmt der Festival Account auf Rang 6 im User Resonanz-Ranking.
Facebook Best Cases: Glücksgefühle und Wacken Open Air
Glücksgefühle nutzt den Podolski-Faktor: Das Festival postet fast täglich. Neben festivalspezifischen Inhalten dreht sich vieles um den prominenten Veranstalter hinter dem Festival: Lukas Podolski. Die WM-Zeit wird clever genutzt, um Fußballfans mit dem Festival zu connecten – etwa mit einem WM-Tippspiel, bei dem man gegen Poldi selbst antreten kann. Auch die Netflix-Doku über Lukas Podolski wird beworben mit dem Hinweis in den Kommentaren, dass man vielleicht auch Momente des Festivals in der Doku entdecken kann. Ein starkes Zusammenspiel zwischen Festivalbetreiber, Fans und Festival auf Facebook.
Wacken-Content so heavy wie die Mucke
Mit über 250 Posts im Analysezeitraum ist Wacken der absolute Facebook-Profi unter allen Festival-Accounts. Der Content gibt der Community genau das, was sie will: Wacken steht für eines der härtesten Rockfestivals der Welt und das wird im Content konsequent gespiegelt. Der Veranstalter schafft es immer wieder, zu zeigen, wofür Wacken steht. Hinzu kommen nützliche Infos zum Festival sowie Countdowns, die die Vorfreude der Fans gezielt anheizen – wie dieser Post mit einem 60-Tage-Countdown mit stimmungsvollen Festivalbildern. Insgesamt ein runder Content-Mix, der die Wacken-Community affin abholt und animiert.
Lowperformer: Das Festival Southside, das im baden-württembergischen Landkreis Tuttlingen vom 19.-21.Juni abgefeiert wurde, verfehlt die Top 10-Ränge des Rankings User Reaktionen.
Instagram: Wacken Open Air rockt auch diese Rankings
Zwischen Ranking-Primus Wacken und Top10-Schlusslicht Southside liegen Welten: Während der Instagram-Content des Festivals in Baden-Württemberg auf einem ehemaligen Flugplatz 60k User Reaktionen auslöst, generiert das Heavy Metal-Festival in Schleswig-Holstein das Zehnfache an Resonanz. Insbesondere deshalb überraschend, da die stärkste Southside-Besuchergruppe aus trendbewussten 18-35-Jährigen besteht.
Low Performer auf Instagram:
Southside verfehlt die Top 10-Ränge im Ranking „User Reaktionen“ sogar gänzlich, besonders schwächeln zudem Hurricane und Nature One.
Case Hurricane
Das Festival im niedersächsischen Scheeßel (19.-21.Juni) mit der Hauptzielgruppe der 16- bis Mitte 30-Jährigen überrascht negativ als Lowperformer auf Instagram. Der Instagram-Auftritt von Hurricane bleibt weit hinter den Möglichkeiten zurück. Der Content thematisiert hauptsächlich Bands, Werbepartner und informative Inhalte, vor allem wird zu stark auf Bilder gesetzt statt auf Bewegtbild. Echtes Festivalfeeling kommt dabei kaum rüber. Auch Videos wie dieses, in dem eine Moderatorin erklärt, was man zum Festival mitnehmen sollte, sind zwar informativ – aber es fehlt der humorvolle Reiz, der die Zuschauer wirklich einlädt, dabei zu sein. Wer den Account besucht, bekommt zwar viele Infos zum Festivals – allerdings nur wenig animierend.
Case Nature One
Das Festival Nature One in Hunsrück auf einer ehemaligen US-Atomraketenbasis mit der stärksten Besuchergruppe der 18-25-Jährigen mit Faible für elektronische Musik elektrisiert auf Instagram mitnichten. Der echte Festival Vibe kommt nicht rüber. Der Account besteht überwiegend aus Bildern wie diesem Post – kreative Inhalte sucht man hingegen vergeblich. Was ein Festival wirklich ausmacht – das Leben auf dem Campingplatz, die spontanen Momente – wird kaum eingefangen.
Parookaville feiert auf TikTok höchste User Resonanzwerte ab!
Während Parookaville mit seinem Content auf TikTok die mit Abstand stärkste User Resonanz abfeiert, machen zwei der größten Festivals ihrem Namen keine Ehre, rocken das TikTok-Ranking mitnichten: Rock am Ring und Rock im Park. Beide Mega-Events erfreuen sich zwar bester Besucherzahlen live vor Ort auf Top 3-Level, generieren aber in Relation dazu nur unterdurchschnittliche Performancewerte auf TikTok. Noch schwächer fällt die TikTok-Performance auf dem Wacken Account aus. Neben den wenigen Impressionen werden auch die wenigsten (39) Clips im 6monatigen Analysezeitraum geliefert. Beim Blick auf das hohe Durchschnittsalter der treuen Wacken-Fans überrascht das allerdings weniger.
Best Case TikTok: Parookaville macht Lust aufs Festival
Parookaville zeigt auf TikTok, wie es geht: Gut aufbereitete Videos vermitteln den einzigartigen Festival Vibe – dieses Gefühl, einmal im Jahr in eine Welt einzutauchen, in der nichts alltäglich ist. Verrückte Menschen, verrückte Momente – wer sich die Videos anschaut, ist sofort in Festivallaune. Unterhaltsame Clips, die direkt auf dem Festival entstehen, machen den Kanal besonders authentisch. Bestes Beispiel: Zwei Familienväter, die sich auf dem Festival kurzerhand ein Karussell aus Bierzeltgarnitur gebaut haben – auf Parookaville ist eben alles möglich.
Viel bewegt nicht per se viel
Interessant ist der Blick auf die TikTok-Clip-Anzahl: Summer Breeze rangiert in beiden Rankings auf dem letzten Platz, obwohl am meisten TikToks geliefert werden. Das stützt die Erkenntnis, dass Content in erster Linie den Plattform affinen Nerv treffen muss.
Schlusswort
Wacken Open Air läuft wenig überraschend der Musik auf TikTok hinterher, rockt die Rankings aber auf Facebook und Instagram. Parookaville transportiert die Tonality auf TikTok wie kein anderes Festival.
Festive Grüße
Friedhelm / webnetz
Diese Quelle wurde herangezogen https://www.iwd.de/artikel/die-groessten-festivals-in-deutschland-653544/ und um 2 Festivals mit hoher Besucherresonanz (Glücksgefühle u. airbeatone) ergänzt
Autor/in
Friedhelm Mienert Public Relations
Friedhelm feiert bei uns seit 2017 sein Comeback in der Agenturwelt. Einst zwei Jahrzehnte lang im Zusammenspiel mit klassischen Marketingpartnern erprobt, greift der leidenschaftliche Fußballliebhaber nun in der Tiefe des WWW-Raumes an, um digitale Doppelpässe zu zelebrieren. Auch seine Erfahrung als Journalist und PR-Mann bringt der dreifache Familienvater im webnetz-Team mit ein. Der begeisterte Läufer schwärmt für Amateursportler, die alles geben, was in ihnen steckt.