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LinkedIn für Marketer: Die wichtigsten Trends 2026

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4. Februar 2026
Hände mit Smartphone, geöffnetes LinkedIn-Profil von Webnetz auf dem Bildschirm.

2026 wird LinkedIn noch einmal interessanter. Es gibt einige neue Features und Entwicklungen, die wir unbedingt im Blick behalten sollten, wenn wir in der LinkedIn-Welt sichtbar bleiben wollen.

Mit dem neuesten Algorithmus-Update hat LinkedIn einen weiteren Schritt in Richtung Interest Graph statt Social Graph gemacht. Das bedeutet: Relevanz und echtes Interesse schlagen zunehmend reine Reichweite durch Verbindungen. Für Corporate Influencer kann das die gewohnte Sichtbarkeit komplett auf den Kopf stellen.

Welche neuen Chancen und Möglichkeiten sich daraus ergeben, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Inhalt

1. Mehr KI-Funktionen auf LinkedIn

LinkedIn hat 2025 massiv in KI-Funktionen investiert. Jetzt gibt es KI-gestützte Helfer für alles – von Profiltexten über Posts bis hin zu Nachrichten. Nicht immer nötig.

Der Haken: KI ist cool und smart, aber sie braucht unbedingt noch unseren persönlichen Touch.

2. Neues Update 360Brew – der Algorithmus wird noch cleverer

Jetzt wird’s spannend: der neue 360Brew-Algorithmus. Mit ihm kam ein großes Update, das unsere LinkedIn-Erfahrung ab sofort ordentlich verändern wird. Vielleicht hat das ja der eine oder die andere schon selbst bemerkt.

Der Algorithmus bewertet nicht nur Likes und Kommentare, sondern fokussiert sich auf inhaltliche Relevanz und Themen-Kohärenz (auch im Profil oder im Info-Bereich). Wir können jetzt also besser als je zuvor mit gezielten, themenbezogenen Posts unsere Sichtbarkeit steigern – und nicht mehr nur durch die Anzahl der Klicks.

Kurz gesagt: Relevanz statt Respekt (oder besser gesagt: Qualität vs. Quantität). Wenn wir zu einem bestimmten Thema regelmäßig posten, wird der Algorithmus uns als Expert:innen einstufen – und das macht uns nicht nur sichtbarer, sondern auch relevanter. Es wird also weniger um Zahlen gehen, sondern mehr um echte, nachhaltige Interaktionen.

3. Reichweite auf LinkedIn um 80 % eingebrochen? Aber eigentlich passiert etwas anderes

Die Panik ist groß: „Die Reichweite auf LinkedIn ist um 80 % eingebrochen!“ – aber bevor wir uns alle in die Ecke setzen und weinen, schauen wir uns mal genau an, was da eigentlich passiert.

LinkedIn hat mit seinem neuen Algorithmus-Update einen weiteren Schritt in Richtung Interest Graph statt Social Graph gemacht. Das bedeutet: Früher war es wichtig, wie viele Leute dir folgen – heute zählt vielmehr, ob der Content für die Zielgruppe tatsächlich relevant ist und Interesse weckt.

Hier kommt die „TikTokisierung“ ins Spiel: Nach Instagram trifft es jetzt auch LinkedIn, und die Plattform wird viel stärker von Interesse als von bloßen Verbindungen geprägt. Das könnte die Reichweite für Corporate Influencer und Thought Leader auf den Kopf stellen – schafft aber auch neue Möglichkeiten für zielgerichteten, wertvollen Content.

Was bedeutet das konkret?

  • Followerzahl allein zählt nicht mehr.
    Früher war die Zahl der Follower ein wichtiger Indikator dafür, wie viele Impressions ein Post erzielt – ein Account mit 10.000 Followern hatte automatisch eine größere Reichweite. Das ist jetzt nicht mehr so. Nur weil wir viele Follower haben, heißt das nicht automatisch, dass wir eine entsprechend hohe Reichweite generieren. Die Impressions verschieben sich hin zu Content, der tatsächlich Resonanz erzeugt – also Interesse weckt und eine relevante Zielgruppe anspricht.
    In anderen Worten: Die Zeiten, in denen mittelmäßiger Content noch viel Reichweite brachte, sind vorbei.

  • Die Qualität des Contents zählt mehr als je zuvor.
    Die Reichweite wird nicht insgesamt kleiner oder „absichtlich vom Algorithmus“ limitiert, sondern LinkedIn fokussiert sich stärker auf Qualität und Resonanz. Die gute Nachricht: Die Reichweite verschiebt sich zu den Inhalten, die wirklich zu den Interessen der Zielgruppe passen und Diskussionen anstoßen. Ein Post mit 2.000 Views kann viel wertvoller sein als ein Post mit 20.000, wenn die richtigen Leute reagieren.

Pro-Tipp für Creator und Teams

1) Nicht nur Reichweite messen – sondern Engagement-Rate & Content-Qualität pro Impression analysieren.
Die bloße Zahl der Views sagt wenig über den Erfolg eines Beitrags. Stattdessen sollten wir uns anschauen, wie das Engagement aussieht: Wird kommentiert, geteilt, gespeichert? Ein Post, der 2.000 Views erzeugt, aber dafür zahlreiche wertvolle Interaktionen mit der Zielgruppe generiert, kann viel mehr Wert bringen als ein Post, der nur wegen hoher Followerzahl eine große Reichweite erzielt. Fokus: Qualität der Interaktionen, nicht nur Zahlen.

2) Content Testing zählt mehr denn je.
Testen, testen, testen – und zwar systematisch. Es reicht nicht mehr, einfach nur mehr zu posten, in der Hoffnung, dass irgendetwas funktioniert. Stattdessen sollten wir verschiedene Formate, Hooks und Themen ausprobieren, um herauszufinden, was aktuell wirklich funktioniert:

  • Text-only vs. Text + Bild vs. Video-Post vs. Carousel – jedes Format hat eigene Vorteile.

  • Welche Formate bringen die höchste Engagement-Rate? (Wer reagiert am meisten?)

  • Welche Hooks (z. B. Fragen, Aussagen, provokante Themen) sorgen für Kommentare und Shares?

  • Welche Themen sorgen für mehr Reichweite und werden weiterhin ausgespielt?

Also: Mehr von dem, was funktioniert – und weniger von dem, was keine Resonanz erzeugt. Genau diese Erkenntnisse sind der Schlüssel, um die Reichweite wieder zu steigern.

4. Die Company Page als Content-Hub

Company Pages auf LinkedIn sollten nicht einfach nur eine Ansammlung von Firmennews sein – sie sollten als fokussierte Landingpage im Feed agieren (mit Hebelwirkung). Klar positioniert, mit wiedererkennbaren Formaten, starker Mitarbeitereinbindung und klar definierten Content-Pillars, die mehr bieten als nur Firmennews.

Die Company Page ist die Visitenkarte eines Unternehmens und sollte deshalb professionell und konsistent aufgebaut sein:

  • Profil sauber ausbauen: Professionelles Logo, aktuelles Titelbild, aussagekräftige „Info“-Sektion mit klarer Positionierung und relevanten Keywords.

  • Richtige Call-to-Action: Buttons und Links (Website, Kontakt etc.), regelmäßig an Kampagnen anpassen.

  • Strategische Einbindung von Mitarbeitenden: Für den größten organischen Reichweiten-Boost die Company Page strategisch mit Corporate Influencern/Thought Leadern (Führungskräften und Expert:innen) verknüpfen.

5. Die richtigen Content-Pillars für die Company Page

Oft kritisiert: der „tote“ Content auf Unternehmensseiten. Konzentrieren wir uns lieber auf Content-Pillars, die die Zielgruppe wirklich ansprechen, statt nur Fach-PR zu pushen.

Bewährte Pillars:

  • Zielgruppen-Alltag & Probleme: Typische Herausforderungen, Beispiele, Memes oder kurze Stories.

  • Proof & Social Proof: Kundenstories, Use Cases oder Benchmarks – immer mit echtem Mehrwert.

  • Produkt & How-to: Features erklären, kurze Tutorials („So geht’s“), Before/After, Roadmap-Einblicke. Nutzer:innen wollen nicht nur Resultate, sondern auch Denke und Überlegungen dahinter sehen – und spüren, wie Zusammenarbeit im Projekt wäre.

  • People & Culture / Employer Branding: Mitarbeitenden-Vorstellungen, Einblicke in den Arbeitsalltag, Recruiting-Insights.

  • Branchen-Insights & Thought Leadership: Markttrends, Studien, Kommentare des Managements.

Praktikable Verteilung im B2B-Kontext:
40 % edukativ (Insights, How-to), 40 % Proof (Cases, Kundenerfolge), 20 % konvertierend (Events, Demos, Jobs, Angebote).

Wichtig: Bei der Nutzung der Company Page eine Content-Hub-Strategie verfolgen. Die Seite ist der Ausgangspunkt – Mitarbeitende teilen Inhalte, kommentieren und bauen mit. Die Company Page soll als Lead-Generator dienen, nicht nur als „Visitenkarte“.

6. Formate und Umsetzung

  • Mix aus Formaten: Textposts, Carousels/Slides, Kurzvideos, Bildposts, Events und ggf. Live-Formate – je nach Ressourcen.

  • Wiederkehrende Serien: z. B. „Kundenfrage der Woche“, „Inside Projekt XY“, „Job der Woche“, „Chart des Monats“ – damit die Page nicht beliebig wirkt.

  • Vertical-/Kurzvideos: Können auch von Personen über die Company Page geteilt werden (Vorteil im Algorithmus) und erzeugen mehr Interaktion auf Mobilgeräten.

7. Community, Mitarbeitende und Analytics

  • Mitarbeitende aktiv einbinden: Klare Guidelines und vorbereitete Assets, damit Mitarbeitende wissen, wie sie sich als Corporate Influencer/Thought Leader einbringen können. Social Selling und persönliches Profil ebenfalls thematisieren.

  • Employee Stories, Spotlights und Meilensteine posten: Stärkt Employer Brand und Identifikation.

  • LinkedIn-Analytics im Blick: Monatliche Analysen sind unerlässlich. Wissen, welche Formate Reichweite & Engagement bringen und welche Posts tatsächlich Leads und Bewerbungen generieren.

8. Was bedeutet das für uns Marketer?

Wenn wir LinkedIn richtig nutzen wollen, sollten wir auf ein paar Dinge achten:

  • Bleiben wir wir selbst: KI als Unterstützung nutzen, Posts aber mit persönlicher Note versehen. Wer will schon einen komplett KI-generierten Text lesen?

  • Thema wählen und dranbleiben: Um als Expert:innen wahrgenommen zu werden, regelmäßig zu einem Thema posten und drei bis fünf Kernbotschaften kommunizieren: Klarheit und Expertise.

  • Videos sind ein Muss: Kurze vertikale Videos, klar und verständlich, werden 2026 Trend. Wer es noch nicht probiert hat, sollte es jetzt tun – der Feed liebt es!

  • Auf die richtigen Metriken achten: Nicht nur Likes checken. Wichtiger sind Profilbesuche, Anfragen und Leads aus der Zielgruppe.

Fazit

Wenn Unternehmen eine Company Page betreiben, sollte sie nicht nur als „Landingpage“ fungieren, sondern als Content Hub verstanden werden – vom Produkt über Employer Branding bis hin zu echten, relevanten Insights. Wenn wir das richtig anstellen, können wir die Reichweite steigern und die Page zu einem Lead-Generator machen.

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Autor/in

Philip Bolognesi Social Media Marketing

Philip ist bei uns als Social Media Manager aktiv, studierter Kommunikationswissenschaftler und nun seit mehreren Internetzeitaltern in der Social-Media-Welt zuhause. Dort unterwegs als Online-Redakteur, Konzepter und Berater hat er u.a. Thought Leader sowie CEOs auf LinkedIn positioniert und ist ein richtiges Agenturkind. Wenn er nicht gerade Strategien für unsere B2B-Kunden schärft (etwa Profibus und das Johanniter Bildungswerk), steht er in der Halle an der Tischtennisplatte, sitzt auf seinem Gravelbike oder schwingt seine neue erworbenen Kettleballs durch die Luft - die er letztens unter großer Anstrengung aus der Paketstation gefischt hat.

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